Fachklinken Nordfriesland gGmbH




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Traumafolgestörungen

Unsere Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie in Riddorf behandelt schon seit vielen Jahren erfolgreich Menschen mit Traumafolgestörungen.

Unter der Leitung von Ralf Tönnies und Dr. med. Güde Nickelsen ist dieses Fachgebiet nun als Traumakompetenzzentrum Nord konzeptionell neu strukturiert und intensiviert worden.

Trauma und Traumafolgestörungen

Traumatische Ereignisse sowie auch andere belastende Erlebnisse, die traumatisch verarbeitet werden, können wesentliche emotionale, kognitive und funktionale Einschränkungen zur Folge haben. Hierzu gehören z.B. sexualisierte und andere Gewalterlebnisse, Kriegserlebnisse, Verkehrsunfälle, aber auch Mobbing

Häufig führen solche Erfahrungen zu Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder anderen psychischen Erkrankungen und sind mit einer hohen Rate an Folgeerkrankungen verbunden.

Ziele der Behandlung sind insbesondere die Stabilisierung im Lebensalltag, das Wiedergewinnen von Lebensfreude, die Erhöhung der Lebensqualität, die Erhöhung der Bindungsfähigkeit und des Selbstwertes, der verbesserte Umgang mit Angst, die Verringerung von Angst und die Verringerung der durch die belastenden Erfahrungen bedingten Symptome.

Komorbidität

Die Folgen der Traumatisierung können vielfältig sein. Das Verhalten bei psychischen Störungen und Abhängigkeitserkrankungen kann außerdem zu einer verstärkten Gefahr weiterer Traumaexposition und einem Teufelskreis führen. Deshalb sind die im Rahmen von Traumafolgestörungen häufig auftretenden, zusätzlichen Störungen wie z.B. Depressionen, Angst oder Essstörungen in das Konzept integriert.

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EMDR als neues Verfahren zur Dekonditionierung neurobiologischer Veränderungen

Im Jahr 1989 erschien die erste Veröffentlichung von Francine Shapiro, in der sie über ihre Methode der Augenbewegungs-Desensibilisierung zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) berichtete.

Etwa 1991 nannte sie dieses Verfahren Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR), was auf deutsch etwa mit Desensibilisierung und Neuorientierung durch Augenbewegungen übersetzt werden könnte.

Inzwischen hat diese Methode der Traumabehandlung breite Anerkennung gefunden und kann als die am besten untersuchte Therapie der PTBS gelten (Hase und Hofmann 2006).

Nachdem in der psychosomatischen Abteilung der Fachkliniken NF mit der EMDR gute Erfahrungen bei der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen und Angststörungen gemacht worden sind, wurde das Verfahren neu in die Behandlung der abhängigkeitskranken Patienten der Fachkliniken NF aufgenommen.

Das Grundprinzip der EMDR-Methode besteht darin, dass sich eine Person auf eine traumatische Erfahrung und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle konzentriert, während gleichzeitig rhythmische Augenbewegungen induziert werden. Es wird also die Aufmerksamkeit des Patienten zugleich auf einen äußeren Reiz (Augenbewegungen) und auf eine identifizierte Quelle emotionaler Störungen (über Bilder und Körperempfindungen) gelenkt (Eschenröder 1997).
So ermöglichen die Augenbewegungen – ähnlich wie in den Träumen – einen raschen Zugang zu allen Assoziationsketten, die mit den in der Behandlung angesprochenen traumatischen Erinnerungen verbunden sind. In einem so unterstützten Prozess der Informationsverarbeitung kann eine beschleunigte Reprozessierung der maladaptiven, fragmentierten Traumaerinnerungen stattfinden. Die Erinnerung verliert ihren intrusiven und emotionsgeladenen Charakter und kann zu einer "normalen" Erinnerung an ein schlimmes Ereignis werden. Damit ist häufig eine Reduktion der PTBS-Symptomatik verbunden (vgl. Hase und Hofmann, 2006).

EMDR ist ein strukturiertes Verfahren, das in einem acht Phasen umfassenden Behandlungsablauf durchgeführt wird: Anamnese und Behandlungsplanung, Vorbereitung des Patienten, Bewertung des Traumas, Durcharbeitung, Verankerung und Einsetzen eines positiven Gedankens, Körper-Test, Abschluss, Nachbefragung.

Mehrere Mitarbeiter der Fachkliniken NF haben eine entsprechende Fortbildung durchgeführt.

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