Fachklinken Nordfriesland gGmbH




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Spielsucht

- pathologisches Glücksspiel

Seit 1984 werden im Fachkrankenhaus Nordfriesland Menschen mit pathologischem (krankhaftem) Spielen behandelt. Wird das Spielen anfangs noch als Reiz, als Entlastung, zum Abschalten oder zum Gewinnen genutzt, gewinnt es bei pathologischen Spielern zunehmend an Eigendynamik.

Symptome sind z. B.:

  • Starkes Verlangen nach Spielen ohne Selbstkontrolle 
  • Nicht aufhören können 
  • Hohe Spannung 
  • Beständige Entlastungsreaktion von Alltagskonflikten 
  • Zwanghaftigkeit 
  • Hohe Geldverluste mit zum Teil erheblichen Schulden 
  • Verlust der sozialen Beziehungen 
  • Ggf. kriminelle Handlungen,um das Spielen bezahlen zu können

Wie bei anderen Abhängigkeitserkrankungen gibt es auch hier nicht einen Spielertyp, sondern Spieler, deren Spielsucht im Vordergrund steht, Spieler, die gleichzeitig Alkoholiker oder drogenabhängig sind, Menschen mit depressiven Störungen, die Spielen als Bewältigungsversuch begreifen, oder Menschen mit psychotischen Störungen, die in bestimmten Phasen exzessiv spielen. Spielen hat auch viele Komponenten einer Zwangsstörung und ist vielfach mit Depressionen verbunden. Pathologische Spieler werden sowohl in der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie wie auch in der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen behandelt. Trotz der getrennten Behandlung findet auch ein gemeinsames Forum statt. Spieler ohne eine andere begleitende Suchterkrankung, insbesondere mit depressiven Anteilen, werden in der Regel in der Abteilung für Psychosomatik behandelt.

Die Behandlung:

  • Ausführliche Abklärung (Diagnostik) der körperlichen und seelischen Beschwerden sowie der Begleiterkrankungen 
  • Gemeinsame Festlegung der Behandlungsziele und Behandlungsmaßnahmen 
  • Zielgerichtete und störungsspezifische Psychotherapie mit dem Ziel:
    • Erkennen der zugrunde liegenden Konflikte und damit verbundener
    • Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten
    • Der Reduktion von Ängsten, Zwängen und Depressionen
    • Der Verbesserung der Verhaltens- und Impulskontrolle
    • Der Erhöhung der Konfliktfähigkeit
    • Der Verbesserung der Gefühlswahrnehmung und Differenzierung
    • Verbesserung der Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
    • Dem Erkennen und der Veränderung von Wahrnehmungsprozessen
    • Der Erhöhung von Genussfähigkeit
    • Der Anbindung an Selbsthilfegruppen
    • Der Schuldenaufstellung und -regulierung
    • Einer Veränderung der Einstellung zum Geld 
  • Informationen über Krankheitsbilder und Handlungsmuster 
  • Gezielte Bewegungs- und Ernährungstherapie 
  • Sicherung bzw. Verbesserung der Lebensgestaltung (Arbeit, Finanzen, Familie Wohnen etc) 
  • Sicherstellung oder Wiedererlangung von Arbeitsfähigkeit 
  • Einbeziehung von Angehörigen 
  • Ggf. Pharmakotherapie und Supplementierung (Vitamine, Mineralien etc.) 
  • Erkennen und Fördern eigener Fähigkeiten 
  • Finden geeigneter Zukunftsperspektiven, Erlangung von erneuter Lebensfreude und Organisation einer Nachsorge nach der Rehabilitationsbehandlung

Die Behandlung von pathologischen Spielern erfolgt in der Regel im Rahmen einer Rehabilitationsbehandlung.


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