Persönlichkeitsstörungen und Persönlichkeitsänderungen
Als Persönlichkeitsstörungen werden Verhaltensmuster beschrieben, die anhaltend und tief verankert sind und hierbei fast in allen Situationen unflexibel und häufig extrem genutzt werden. Die Art der Reaktionen, der Wahrnehmung und der Beziehungsgestaltung weicht deutlich ab von der eines Menschen ohne Persönlichkeitsstörung.
Dieses Verhaltensmuster ist normalerweise schon früh in der Kindheit und Jugend erworben worden und macht auf dem Hintergrund der eigenen lebensgeschichtlichen Erfahrungen Sinn, ist aber späterhin in der Gestaltung von Beziehungen im Erwachsenenleben hinderlich und manchmal zerstörerisch.
Aus diesem Grund besteht in der Regel auch ein hoher Leidensdruck bei gleichzeitig großer Angst vor Veränderung. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen interpretieren Dinge, Menschen und Ereignisse oft anders als andere, das Gefühlsleben ist meist sehr intensiv und schwankend. Häufig fehlt eine angemessene Impulskontrolle.
Persönlichkeitsstörungen sind z. B. die
- Abhängige Persönlichkeitsstörung
- Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung
- Zwanghafte Persönlichkeitsstörung oder
- Narzisstische Persönlichkeitsstörung
- Emotional-Instabile Persönlichkeitsstörung
Symptome der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung,
häufig auch "Borderline-Störung" genannt, sind z.B.:
- sehr hohe Unsicherheit bezüglich des Selbstbildes
- intensive und sehr instabile Beziehungsgestaltung
- große Angst vor Verlassenwerden und gleichzeitig Angst vor Nähe
- selbstschädigendes Verhalten, z. B. Selbstverletzung
- andauernde Gefühle von Leere
Persönlichkeitsstörungen sind häufig verbunden mit Depressionen, Essstörungen, Abhängigkeitserkrankungen oder Angststörungen. In vielen Fällen liegt ein Trauma zugrunde.
Die Behandlung:
- Ausführliche Abklärung (Diagnostik) der körperlichen und seelischen Beschwerden sowie der Begleiterkrankungen
- Gemeinsame Festlegung der Behandlungsziele und Behandlungsmaßnahmen
- Zielgerichtete Psychotherapie mit dem Schwerpunkt der Spannungsregulation, der Gefühlsregulation und der verbesserten Beziehungsgestaltung,einschließlich der zu sich selber
- Lernen von Krisenmanagement
- Information über die Erkrankung
- Gezielte Bewegungs- und Ernährungstherapie
- Sicherung bzw. Verbesserung der Lebensgestaltung (Familie, Wohnen,
- Arbeit, Finanzen etc)
- Ggf. Pharmakotherapie und/oder Supplementierung (z. B. Vitamine, Mineralstoffe)
- Erkennen und Fördern der eigenen Fähigkeiten
- Einbeziehung von Angehörigen
- Erkennen und Fördern eigener Fähigkeiten
- Verbesserung der Zukunftsperspektiven, der Lebensfreude und Organisation der Behandlung und Betreuung nach dem stationären Aufenthalt.
Die Behandlung ist darauf ausgerichtet, Verhaltensmuster zu entwickeln, die es erlauben mit anderen Menschen im Kontakt zu sein und selbstzerstörerische Muster zu reduzieren oder zu verhindern. Um dies zu trainieren, findet eine gemeinsame Behandlung mit Menschen anderer Störungen statt.
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