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Schädlicher Gebrauch von PC und Internet

Der schädliche oder "pathologische" Gebrauch von Internet und Computerspielen nimmt mit der sich ausweitenden Verbreitung dieser Technologien zu. Gebräuchliche Begriffe sind „Computersucht“, „Internet-Sucht“ oder „Internet-Abhängigkeits-Syndrom.

Als eine der Ursachen einer Internetsucht werden seelische Störungen vermutet, insbesondere Depressionen, gefolgt von Angst- und Persönlichkeitsstörungen. In diesem Sinn ist der pathologische Gebrauch von PC und Internet insbesondere als ungünstige Copingstrategie anzusehen.

Dies darf jedoch nicht über das hohe Abhängigkeitspotenzial des Internets und der PC-Spiele hinwegtäuschen.
Die Therapie setzt voraus, dass sich die behandelnden Ärzte und Psychologen für die virtuellen Lebenswelten ihrer Patienten interessieren und diese in die Behandlung mit einbeziehen.

Kriterien für einen pathologischen Gebrauch von PC oder Internet

sind folgende nach der SSI-Studie "Stress und Sucht im Intenrnet" (Niesing et al.  2001):

 

  •  Einengung des Verhaltensraums
    (hohe Zahl der verfügbaren Stunden werden am PC verbracht)
  • Kontrollverlust
    (Versuche das Ausmaß des PC-Gebrauchs zu verringern sind erfolglos)
  • Toleranzentwicklung
    (die "Dosis" wird im Zeitverlauf gesteigert)
  • Entzugserscheinungen
    (Symptome wie Nervosität oder Gereiztheit treten nach PC-freien Phasen auf, es besteht ein starkes Verlangen den PC-Gebrauch wiederaufzunehmen)
  • Negative soziale und persönliche Konsequenzen
    (Familien, Freunde und Arbeit oder Schule werden vernachlässigt, Leistungsknick, Absagen von Verabredungen aufgrund von PC-Aktivitäten u.Ä.)

Der pathologische Gebrauch von PC/Internet wird sowohl in der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie wie auch in der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen behandelt.
Betroffene ohne eine andere begleitende Suchterkrankung, insbesondere mit depressiven Anteilen, werden in der Regel in der Abteilung für Psychosomatik behandelt.

Die Behandlung:

  • Ausführliche Abklärung (Diagnostik) der körperlichen und seelischen Beschwerden sowie der Begleiterkrankungen
  • Gemeinsame Festlegung der Behandlungsziele und Behandlungsmaßnahmen
  • Zielgerichtete und störungsspezifische Psychotherapie mit dem Ziel:
    • Erkennen von zugrunde liegenden Konflikten
    • Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten
    • Der Reduktion von Ängsten, Zwängen und Depressionen
    • Der Verbesserung der Verhaltens- und Impulskontrolle
    • Der Erhöhung der Konfliktfähigkeit
    • Der Verbesserung der Gefühlswahrnehmung und Differenzierung Verbesserung der Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
    • Dem Erkennen und der Veränderung von Wahrnehmungsprozessen
    • Der Erhöhung von Genussfähigkeit
    • Der Anbindung an Selbsthilfegruppen 
  • Informationen über Krankheitsbilder und Handlungsmuster
  • Gezielte Bewegungs- und Ernährungstherapie
  • Sicherung bzw. Verbesserung der Lebensgestaltung (Arbeit, Familie, etc.)
  • Sicherstellung oder Wiedererlangung von Arbeitsfähigkeit
  • Einbeziehung von Angehörigen
  • Ggf. Pharmakotherapie und Supplementierung (Vitamine, Mineralien etc.)
  • Erkennen und Fördern eigener Fähigkeiten
  • Finden geeigneter Zukunftsperspektiven, Erlangung von erneuter Lebensfreude und Organisation einer Nachsorge nach der Rehabilitationsbehandlung

Die Behandlung von Menschen mit pathologischem Gebrauch von PC und Internet erfolgt in der Regel im Rahmen einer Rehabilitationsbehandlung.


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