Burn Out
Ein Burnout-Syndrom (engl. „to burn out“: „ausbrennen“) ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, das als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden kann, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt (Pschyrembel klinisches Wörterbuch 261. Auflage, 2007). Das Burn Out Syndrom wird mit ICD10= Z73.0 klassifiziert.
Der Burn-Out-Prozess verläuft in mehreren Phasen und beginnt in der Regel mit einer Phase der erhöhten Leistungsfähigkeit, verbunden mit hohem Aktivitätsniveau, Idealismus und besonderem Engagement. Charakteristisch sind folgende Warnsymptome:
- Hohes Arbeitspensum und hohe Einsatzbereitschaft
- Freiwillige Mehrarbeit
- Verzicht auf Erholungspausen
- Gefühl unentbehrlich zu sein
- Vernachlässigung von Familie und Freunden
- Hyperaktivität
- Nichtbeachtung eigener Bedürfnisse
- Nichtbeachtung der Bedürfnisse anderer (Familie, Freunde, Kollegen)
Hält dieser Zustand zu lange an und steht dem hohen Leistungseinsatz nicht ein gleiches Maß an Erfolgserlebnissen gegenüber, so steigt das Risiko für ein Burn-Out bis hin zur letzten Phase, der Depression. Die Burn-Out Symptome verstärken sich und die zuerst hohe Leistungsbereitschaft und -fähigkeit schlägt ins Gegenteil um:
- Erschöpfung
- Chronische Müdigkeit
- Konzentrationsschwäche
- Schlafstörungen
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Angstzustände
Trotzdem wird zunächst noch auf hohem Niveau weitergearbeitet, charakteristisch sind folgende Reaktionen auf die Situation:
- Verleugnen des Problems
- Verleugnen, dass das Problem mit der Arbeit zusammenhängt
- dafür Schuldzuweisungen an andere (Familien, Partner, Kollegen)
- aggressives und verbal verletzendes Verhalten anderen gegenüber
- fehlgeleitete Versuche der Selbstbehandlung mit Multivitamin-Präparaten, Medikamenten, Alkohol oder Nikotin
Die Endphase des Burn-Outs ist charakterisiert durch
- Leistungseinbruch
- Verminderte Motivation
- Verminderte Kreativität und Probleme beim Lösen komplexer Aufgaben
- Desillusionierung
- Dienst nach Vorschrift oder Vernachlässigung der Arbeit
- Resignation und Selbstmitleid
- Bitterkeit, Reizbarkeit und Aggressionen
- Depressive Verstimmungen
- Hohe Ansprüche an das Umfeld, bei dem Gefühl, ausgenutzt zu werden und nicht genug Unterstützung und Anerkennung zu erhalten.
Diese Belastungen können wiederum Folgeerkrankungen nach sich ziehen, wie eine Schwächung des Immunsystems mit häufigen Infekten, Verspannungen und Schmerzen, Herz-Kreislaufproblemen, Tinnitus, Schlafstörungen, Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol oder Medikamenten.
Therapie:
Ein Burn-Out kann nicht einfach durch einen Urlaub oder eine Erholungszeit behandelt werden. In der Regel ist eine Krankschreibung, professionelle Hilfe und eine Psychotherapie erforderlich. Folgeerkrankungen wie z.B. Rückenschmerzen, Depressionen, Tinnitus oder auch Partnerschaftskonflikte etc. müssen ebenfalls berücksichtigt und behandelt werden. Sinnvoll ist daher eine Kombination verschiedener Therapiemodule.
Insbesondere müssen Wege aus der „Burn-Out-Spirale“ aus Überlastung und Leistungsabfall, kompensiert durch noch mehr Einsatz, gefunden und eingeübt werden. Das Erlernen von Entspannungstechniken, kognitiver Bewältigungsstrategien, die Therapie begleitender Abhängigkeitserkrankungen, als auch Bewegungstherapie, Konfliktmanagement, soziales Kompetenztraining, Verringerung von Belastungsfaktoren, die Sicherung der Familienbeziehungen, die Stärkung der Selbsthilfe und die Sicherung der Nachsorge sind weitere Teile unseres therapeutischen Angebotes.
Quellen und weitere Informationen:
www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/burnout.htm
Machleidt et. al. (2004): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme Verlag.
Jörg-Peter Schröder: Wege aus dem Burnout: Möglichkeiten der nachhaltigen Veränderung. Cornelsen Verlag
Ferdinand Jaggi (2008): Burn Out – Praxisnah. Thieme Verlag


