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[ 21. August 2010 ]
Thema der Woche: Eine Psychose - Was ist das?

Der Begriff „Psychose“ steht für eine Gruppe psychischer Erkrankungen, die mit einem erheblich gestörten Realitätsbezug einhergehen. Eine Psychose bedeutet, vorübergehend aus der Realität auszusteigen, sie verändert wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Psychotische Symptome können verschiedene Formen annehmen. Typische Symptome sind z. B. akustische oder optische Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Veränderungen des Denkens. Betroffene hören z. B. Stimmen, fühlen sich kontrolliert, bedroht oder verfolgt. Häufig fällt auch eine Veränderung des Verhaltens auf. Die Betroffenen sind z. B. nicht mehr so leistungsfähig wie früher oder ziehen sich von Familie und Freunden zurück.  

Bei affektiven Psychosen zeigen sich Störungen im Bereich von Antrieb und Stimmung. Diese erfolgen entweder in eine (meist depressive) Richtung (unipolar) oder wie bei der manisch-depressiven Störung in zwei Richtungen (bipolar). 

Etwa 1% bis 2% der Gesamtbevölkerung erkrankt einmal in ihrem Leben an einer Psychose. Das Alter beim ersten Auftreten einer Psychose liegt meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr. Etwa 20% der Betroffenen sind beim ersten Ausbruch einer Psychose noch im Jugendalter.

Es gibt organische und nichtorganische Psychosen. Ursachen organischer Psychosen können z. B. Hirnerkrankungen (z. B. Tumore, Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen), Hirnverletzungen (z. B. Schädel-Hirn-Trauma) oder exogen zugeführte Substanzen (z. B. Medikamente und Drogen) sein.

Zu den nichtorganischen Psychosen gehören Psychosen des schizophrenen Formenkreises, affektive Psychosen und schizo-affektive Psychosen (Mischformen). Die Ursachen von nichtorganischen Psychosen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Es existiert hierzu eine Vielzahl an Theorien und Hypothesen. Man geht heute von einer „multifaktoriellen" Ursache aus. Demnach sind verschiedene Faktoren für das Auftreten einer Psychose von Bedeutung.

Die aktuell gebräuchlichste Arbeitshypothese ist das „Vulnerabilitäts-Stress-Modell".

Bei existierender Vulnerabilität (Anfälligkeit) kann Stress zum Ausbruch einer Psychose führen. Oft treten Psychosen daher in stressigen Lebensabschnitten auf oder nach kritischen Lebensereignissen. Aber auch Lebensphasen wie Pubertät oder Schwangerschaft können eine Psychose auslösen.


Psychoseseminare

Psychoseseminare sind Gesprächsforen mit dem Ziel, ein besseres Verständnis für Psychosen zu entwickeln und Hilfsangebote zu verbessern.

Wesentliches Kennzeichen des Psychoseseminars ist die gleichberechtigte Begegnung von Psychoseerfahrenen (Betroffenen), Angehörigen und professionell Tätigen. Dieser auf gleicher Augenhöhe stattfindende Austausch wird Trialog genannt.

Durch Anregung der selbst Betroffenen Dorothea Buck fand 1989 unter der Leitung des sozialpsychiatrisch engagierten Diplompsychologen Dr. Thomas Buck das erste Psychoseseminar an der Universitätsklinik Eppendorf in Hamburg statt. 

Mittlerweile existieren bundesweit weit über 100 Psychoseseminare. Am 26./27.06.2009 feierten die Psychoseseminare in Hamburg ihren 20. Geburtstag.


Hier geht es zur Seite des Psychoseseminars in Nordfriesland.


Quellen und weitere Informationen:  

www.psychose.de

www.irremenschlich.de

www.psychiatrie.de

www.wikipedia.de


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